Zwei HHN-Studentinnen räumen mit Rollenklischees in der IT auf

Von Seitenhieben während der Schulzeit haben sich Karen Hofele (22) und Tabea Leibl (25) nicht abhalten lassen: Sie brennen fürs Gaming. Im Rahmen ihres Studiums an der Hochschule Heilbronn haben sie sogar ein eigenes Spiel programmiert.

Von Lisa Könnecke, Foto: Privat

Karen Hofele (22) und Tabea Leibl (25) brennen fürs Gaming. Sie wollen mit Rollenklischees in der IT aufräumen und mehr Mädels für ein MINT-Studium begeistern. Die beiden Freundinnen haben Software Engineering mit Schwerpunkt „Games Engineering“ an der Hochschule Heilbronn studiert und frisch ihren Bachelor in der Tasche. Für ihre Projektarbeit haben sie im siebten Semester sogar ein eigenes Spiel programmiert. Aber von vorn.

Mit Videospielen großgeworden

„Ich bin mit Videospielen großgeworden. Das war schon immer meine Welt“, sagt Karen Hofele. Eine gewisse Affinität zu Computern und Technik sei von Kindesbeinen an da gewesen. Als sich die 22-Jährige während ihrer Schullaufbahn in der Oberstufe für Informatik entschieden hat, sei sie ins Programmieren reingekommen. Und alles nahm seinen Lauf. „Was mich fasziniert, sind Spiele, die Geschichte erzählen. Ich mag es, andere Welten zu erkunden und mit Freunden zusammen zu zocken, das verbindet.“

So sei auch irgendwann der Gedanke da gewesen, wie es wohl wäre, selbst ein Spiel zu entwickeln. „Die Faszination, wie man das hinbekommt, war bei uns beiden schon immer da“, ergänzt Tabea Leibl. Die Studentinnen haben Taten – oder besser gesagt – Coding sprechen lassen und das Fantasy-Spiel „Soulslike“ im Rahmen ihrer Projektarbeit im siebten Semester programmiert.

Krieger muss es mit einem Drachen aufnehmen 

In einer höhlenartigen Arena muss ein Krieger gegen einen Drachen kämpfen. „Das Spiel ist schwer, es ist kein Kampf, den man beim ersten Mal schafft. Wir wollten bewusst eine Challenge daraus machen“, erklärt Karen Hofele. „Der Spieler muss erstmal das Verhalten des Drachens kennenlernen, wie verhält er sich in bestimmten Situationen, wann greift er an und so weiter. Man muss reinwachsen.“

Über fünf Monate haben sich die Studentinnen getroffen, etwa alle drei Tage die gemeinsamen Fortschritte besprochen und täglich vier bis fünf Stunden an ihrem Spiel gearbeitet. Tabea Leibl hat den Krieger, Karen Hofele den Drachen erstellt.

Soulslike ist alles andere als leicht: „Es ist cool, sein eigenes Spiel spielen zu können, man braucht aber eine hohe Frust-Toleranz“, sagt Tabea Leibl mit einem Augenzwinkern. Dass sich die 25-Jährige für das Software-Engineering-Studium an der Hochschule Heilbronn entschieden hat, sei nie geplant gewesen. „Ich war erstmal abgeschreckt und dachte, man muss schon Programmieren können.“ Das sei aber nicht der Fall gewesen. „Man lernt von null auf, für Anfänger ist das super.“

Seitenhieben während der Schulzeit 

Während ihrer Schulzeit haben sich die beiden den einen oder anderen Seitenhieb anhören müssen. „Technik und Mathe sind nicht deins“ oder „Als Frau kann man eh` nicht mithalten.“ Vieles steht und fällt mit den Lehrkräften, wissen sie heute. Frauen wollen sie mitgeben, sich nicht von Vorurteilen abschrecken zu lassen und dem Ganzen einfach mal eine Chance zu geben. 

 

Mit freundlicher Genehmigung der Stimme Mediengruppe & der Heilronner Stimme