Schwarz-Stiftung fördert weiterhin Steinbeis-Institut in Heilbronn

Das Ferdinand-Steinbeis-Institut wächst am Bildungcampus Heilbronn in den kommenden Jahren. Das ist geplant.

Von Simon Gajer, Foto: Matt Stark photography

Forschung mit greifbaren Ergebnissen für die Region: Wie steht es um den Wasserverlust in Heilbronn? Wie genau kann es gelingen, regionale Produkte in regionale Kantinen zu bringen? Das sind Themen, die derzeit beim Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) am Bildungscampus Heilbronn auf den Tischen liegen. Die Einrichtung bleibt der Stadt und damit der Region auf lange Sicht erhalten: Die Dieter-Schwarz-Stiftung unterstützt das Team ein weiteres Jahrzehnt.

Für die Verantwortlichen hinter dem FSTI ist das ein gutes Zeichen. Von einem “glücklichen, außergewöhnlichen Umstand” spricht der akademische Leiter Heiner Lasi. In einer solchen Zeitspanne lässt sich vieles weiterentwickeln: “Für uns ist das eine tolle Perspektive.” Für Heilbronn ist Wachstum angesagt: Derzeit hat das FSTI neben Heilbronn auch den Standort Stuttgart, überall sind 20 Mitarbeiter angestellt. Heilbronn verdoppelt sich.

Das ist das Selbstverständnis des Ferdinand-Steinbeis-Instituts

Das FSTI versteht sich als ein Forschungsinstitut, “das die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft mitgestalten will”. Dabei greift es auf ein Team an Wissenschaftlern aus unterschiedlichsten Disziplinen zurück, es arbeiten Politologen, Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker mit. Ruheständler, die weiterarbeiten wollen und ein großes Netzwerk mitbringen, sind genauso dabei wie jüngere Kollegen, zählen Heiner Lasi und Geschäftsführer Michael Köhnlein auf. Genau auf diese Mischung setzt das FSTI. Selbstverständnis ist, dass dieses interdisziplinäre Team “die etablierten Denkstrukturen und Formen von Wissenschaft und Wirtschaft” infrage stellt. Es gehe um “zeitgemäße Modelle und Lösungen für den permanenten Transformationsprozess”.

So tickt die Welt von morgen

Es greift zu kurz, das FSTI als ein besonderes Beratungsunternehmen zu verstehen. “Wir haben nicht die eine Lösung parat, aber die Kompetenzen, um morgen besser zu sein als heute”, sagt Michael Köhnlein. Im Mittelpunkt stehe das “methodische Wissen”, sagt er – und man wisse, wie Digitalisierung funktioniert. Darauf müssten sich die Unternehmen einlassen. “Die Leute müssen verstehen, wie die Welt von morgen tickt”, sagt er und betont zugleich: “Ein Großteil unserer Aufgabe ist es, den kulturellen Wandel hinzubekommen.”

Den Wasserverlust in Heilbronn reduzieren

Das beschreibt Michael Köhnlein anhand der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Heilbronn beim Wasserverbrauch: Daten preiszugeben fällt manchen Menschen schwer, weil sie ausschließlich den Datenschutz sehen. Dem können aber Erfolge gegenüberstehen, die man nur mit diesen Daten erreichen kann.

Es dreht sich alles um Digitalisierung. Heiner Lasi und Michael Köhnlein geben dafür ein weiteres Beispiel, an dem sie mit Landwirten und Kantinen zusammenarbeiten. Regionale Produkte auch tatsächlich in der Region verbrauchen, an sich eine gute Idee: Erst im Detail zeigt sich, wo Herausforderungen liegen. Landwirte müssen rechtzeitig wissen, was sie in welcher Menge anbauen sollten. Und Köche müssen früh wissen, wann sie mit welchen Zutaten rechnen können. Digital läuft alles zusammen. Die virtuelle Welt, sagt Heiner Lasi, steuere damit die reale Welt.

Das Institut hat sich in der Region bereits einen Namen gemacht und ist froh, dass Unternehmen auf es zukommen und sich damit auf Neues einlassen. Bringe man aber den Controller mit, werde es schwierig, so die Verantwortlichen.

Drei Unternehmen bringen Fähigkeiten zusammen

Das FSTI sieht eine große Chance darin, wenn sich Unternehmen nicht mehr allein auf ihre Produkte konzentrieren, sondern auf Fähigkeiten. Drei Firmen, alles Marktführer in ihrem jeweiligen Bereich, wollen sich nun über die FSTI zusammentun, um eine Dienstleistung im Bereich Logistik anzubieten, sagen Heiner Lasi und Michael Köhnlein. “Die Digitalisierung erlaubt es, einzelne Fähigkeiten der Unternehmen rauszunehmen und neu zusammenzustellen”, sagt Michael Köhnlein. “Einer allein könnte das neue Produkt nicht anbieten.”

 

Mit freundlicher Genehmigung der Stimme Mediengruppe & der Heilronner Stimme