KI-Einblicke im Heilbronner Kunstverein: ‘Reshape. Mirror Machines 2’ eröffnet neue Perspektiven

In der Ausstellung ‘Reshape. Mirror Machines 2’ luden Studierende der Hochschulen Heilbronn und Pforzheim Besucher ein, in die vielschichtige Welt der Künstlichen Intelligenz einzutauchen. Eine kreative Reflexion über die Chancen und Herausforderungen dieser fortschreitenden Technologie.

Von Robert Mucha, Foto: Meli Dikta

Vier Tage lang war der Heilbronner Kunstverein ein pulsierendes Zentrum der Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz (KI). In der Ausstellung ‘Reshape. Mirror Machines 2’ präsentierten Studierende der Hochschulen Heilbronn und Pforzheim ihre Sicht auf die vielschichtigen Aspekte der KI. Ein beeindruckendes Ensemble von sieben interaktiven Exponaten zog rund 500 Besucher an und bot tiefe Einblicke in das, was KI heute und in Zukunft für uns bedeutet.

Eines der faszinierendsten Werke war “Veritas I”. In diesem Exponat wurden die Besucher eingeladen, Fotos von sich aufzunehmen und sich mittels KI in unterschiedliche Umgebungen versetzen zu lassen. Die Besucher konnten sich so als Astronaut, Popstar oder am Strand wiederfinden. Dieser Moment des spielerischen Eintauchens in andere Welten war jedoch nur ein Teil der Erfahrung. Sobald die Besucher den Bereich verließen, sahen sie sich auf großen Bildschirmen im Saal in Szenarien wieder, die sie selbst nicht kontrollieren konnten. Eine tiefgreifende Erfahrung, die die Potenziale und Grenzen der KI aufzeigte und zur Reflexion über die Macht der digitalen Bildmanipulation anregte.

“Veritas II” ergänzte “Veritas I” durch eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema Deepfakes. Diese beiden Exponate stellten den Wahrheitsbegriff in einer Zeit der digitalen Manipulation auf den Prüfstand und regten die Besucher zum Nachdenken über die Auswirkungen von KI auf unsere Wahrnehmung von Realität an. Die Werke warfen Fragen auf, wie entspannt wir tatsächlich sein können, wenn Algorithmen immer mehr Kontrolle über unsere Lebensbereiche, wie etwa das Autofahren, übernehmen.

Neben den “Veritas”-Exponaten gab es weitere beeindruckende Installationen. “Artificial Territories” funktionierte wie eine dreidimensionale Infografik und informierte die Besucher über den Ressourcenverbrauch von KI. Die Installation nutzte eine Murmelbahn mit eingebauten Stopps, an denen Bild- und Tonaufnahmen auf eine Augmented-Reality-Brille übertragen wurden. Hierdurch wurde den Besuchern ein intensives Erlebnis geboten, das sowohl informativ als auch ästhetisch ansprechend war.

Ein weiteres bemerkenswertes Exponat war “top text [pic.] bottom text”, das sich der Frage widmete, ob Künstliche Intelligenz Humor verstehen und kreieren kann. Durch die Gegenüberstellung von spontan generierten und bekannten Memes zeigte dieses Werk auf, dass KI in Bezug auf Humor und Feinsinn noch Entwicklungsbedarf hat. Diese spielerische Herangehensweise war nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam.

Die Ausstellung ‘Reshape. Mirror Machines 2’, betreut von Nicole Ondrusch, Professorin für Digitale Transformation an der Hochschule Heilbronn, und Dagmar Korintenberg, Lehrbeauftragte für Kommunikation im Raum an der Hochschule Pforzheim, war Teil einer Kooperationsreihe zwischen den beiden Hochschulen. Die Ausstellung spiegelte den aktuellen technologischen und diskursiven Stand wider und warf wichtige Fragen auf, die weit über ihre Dauer hinausgehen.

Obwohl die Ausstellung nun vorbei ist, bleiben die Eindrücke und Gedanken, die sie hinterlassen hat, bestehen. ‘Reshape. Mirror Machines 2’ war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunst und Technologie einander ergänzen und bereichern können und zeigte auf, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Technologie in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt.