Heilbronner Pioniergeist: Zwischen Schokoladenrevolution und Brause-Start-up

Von der Idee zur Innovation: Heilbronner Start-ups trotzen Bürokratiehürden auf ihrem Weg zum Erfolg.

Von Robert Mucha, Foto: Robert Mucha / Midjourney

In Heilbronn, bekannt als Keimzelle für Innovation und Gründergeist, zeichnet sich eine neue Generation von Unternehmern ab, die mit originellen Ideen den Markt erobern möchte. Inspiriert von der Unterstützung der Campus Founders, haben Yubo Zhang und Thilo Strauß es geschafft, mit ihrer Marke Super-Duper-Snack eine neuartige Schokolade zu kreieren – eine Süßigkeit, die sogar das Gewissen eines besorgten Elternteils beruhigt. Eine Herzensangelegenheit, wie Zhang gegenüber der “Heilbronner Stimme” erklärte, motiviert durch den Wunsch, ihrem Sohn unbeschwert Schokolade anbieten zu können.

Die Reise von Super-Duper-Snack begann nicht in großen Fabriken, sondern in der heimischen Küche, wo sich Abend für Abend die Spüle mit Zutaten füllte. Nach unzähligen Experimenten und einer Odyssee voller Gespräche auf einer Messe fand das Start-up schließlich in Belgien einen Hersteller, der bereit war, die ambitionierten Schokoladenträume zu realisieren. Doch auch hier gab es Herausforderungen: Rezeptanpassungen, bürokratische Hürden und die Notwendigkeit, sich im Dschungel von Steuerfragen zurechtzufinden, prägten den Weg von der Idee zum Produkt.

Die Start-up-Szene in Heilbronn ist jedoch nicht nur süß. Ein Trio aus dem Bereich der Hochschule Heilbronn – Simon Heine, Felix Kleinschmidt und Johannes Wahle – steht kurz davor, die Getränkeindustrie mit Fizz-Go zu revolutionieren. Ihr Ziel: ein Instant-Getränk in Form einer Brausetablette, inklusive eines Schusses Alkohol. Die Idee entstand aus einem Moment des Alltags: dem mühseligen Transport von Getränken zu einer Halloween-Party. “Warum geht das nicht leichter?”, dachten sie sich, wie Johannes Wahle berichtete, und so wurde die Idee von Fizz-Go geboren.

Während die Schokoladenproduktion bereits Früchte trägt, steht Fizz-Go noch vor der Herausforderung, den Prototypen ihres innovativen Getränks zu finanzieren und weiterzuentwickeln. Die Vision ist klar: In sechs Monaten soll das erste Produkt marktreif sein, ein Getränk, das nur noch Wasser braucht, um Genuss zu entfalten.

Beide Start-ups verbindet der Kampf mit der Bürokratie – ein Prozess, der Geduld und Ausdauer erfordert. Trotz der Tücken des Systems und der langwierigen Firmengründung bleibt der Geist der Gründer ungebrochen. Sie erhalten Unterstützung von der Hochschule und sehen in den Mitarbeitern der Behörden Verbündete, auch wenn das System selbst träge wirkt.

Heilbronn mag für manche nur eine Station auf der Innovationslandkarte sein, doch für diese Start-ups und ihre Gründer ist es ein fruchtbarer Boden für Ideen, die weit über die Grenzen der Stadt hinausreichen könnten. Mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und dem unvermeidlichen Pioniergeist schreiben sie ihre eigenen Geschichten – Geschichten, die zeigen, dass in Heilbronn nicht nur Wissen, sondern auch Zukunft gemacht wird.