Frauen, die Heilbronn bewegen: Alina Hafner – Die aufstrebende Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der TUM

Treffen Sie Alina Hafner, die wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Technischen Universität München (TUM) in Heilbronn. Mit ihrer Forschung im Bereich Management und Entrepreneurship setzt sie neue Akzente in der Wissensstadt.

Von Robert Mucha, Foto: Privat

Steckbrief:

Name: Alina Hafner

Alter: 25

Akademischer Grad: Master of Science

Aktuelle berufliche Position: Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin

Branche oder Fachbereich: Management, Entrepreneurship

Ein Zitat fürs Leben: No pain, no gain!

Meine Vision für die Wissensstadt Heilbronn: Ich wünsche mir, dass die TUM direkt mit Heilbronn assoziiert wird. Die Außendarstellung von Heilbronn sollte attraktiver werden und Heilbronn noch mehr als „Wissensstadt“ wahrgenommen werden.

 

Fragebogen:

Würden Sie sich bitte kurz in eigenen Worten beschreiben?

Akribisch, neugierig, und hoffentlich humorvoll

 

Was ist Ihr akademischer/beruflicher Hintergrund?

Ich habe sowohl im Bachelor als auch im Master Wirtschaftsinformatik studiert und promoviere nun im Bereich Entrepreneurship.

 

Was hat Sie motiviert, sich für eine Karriere in der Forschung zu entscheiden?

Zum einen die Abwechselung, welche eine Karriere in der Forschung mit sich bringt: Jeder Tag ist anders.

Und zum anderen ist es meine Neugier: Ich interessiere mich für Themen aus unterschiedlichen Gebieten und möchte immer etwas Neues lernen. Zudem möchte ich einen bleibenden Beitrag mit gesellschaftlichem Nutzen hinterlassen, durch Kreativität innovative Lösungen erarbeiten und intellektuelle Herausforderungen annehmen. Daher schien es logisch, eine Karriere in der Forschung einzuschreiten.

Gab es für Sie Hürden beim Einstieg in Ihre akademische Laufbahn?

Das würde ich nicht unbedingt sagen. Allerdings hatte ich keine direkten Vorbilder in meinem sozialen bzw. familiären Umfeld, da ich das erste Familienmitglied bin, das studiert hat. Aber Hürden gab es an sich keine.

Bleibt bei der akribischen Arbeit noch genügend Zeit für das Privatleben?

Ja, durchaus. Ich betreibe effizientes Zeitmanagement und versuche, mich von nichts stressen zu lassen.

 

Was waren Meilensteine in Ihrer bisherigen Karriere und was streben Sie in Zukunft an?

Bislang ist das mein Masterabschluss, aber ich stehe noch am Anfang meiner Karriere. Ein nächster Meilenstein wird in Zukunft wird sicher meine Promotion sein. Zudem möchte ich Forschungsergebnisse mit Praxisbezug und direktem Nutzen veröffentlichen.

 

Was ist Ihr größter beruflicher Erfolg bisher? 

Die Möglichkeit an der TUM zu promovieren und damit meine Interessen verfolgen zu können. Mir ist bewusst, dass ich mich in einer sehr privilegierten Situation befinde.

 

Was inspiriert Sie bei Ihrer täglichen Arbeit und wer diente Ihnen als Vorbild?

Meine Inspirationsquellen im Alltag sind äußerst vielfältig: Sie reichen von Kolleginnen und Kollegen über die Studierenden, bis hin zu zufälligen Begegnungen mit Fremden im Alltag.

Grundsätzlich jedoch orientiere ich mich vorwiegend an meinen eigenen Ideen und Zielen.

 

Denken Sie, dass weibliche Doktorandinnen in männlich geprägten Bereichen in einigen Jahren Normalität sind?

Ich denke und hoffe, dass sie es bereits jetzt sind.

 

Bestehen noch Vorurteile gegenüber weiblichen Wissenschaftlerinnen oder wird diese Unterscheidung und besondere Betonung nur noch von außen gemacht?

Es ist zu hoffen, dass solche Vorurteile nicht mehr existieren. Zudem ist es sicherlich so, dass diese Vorurteile in der Wissenschaft nicht mehr oder weniger ausgeprägt sind als in anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Die Rolle des Geschlechts sollte in der heutigen Zeit keine Relevanz mehr besitzen und hätte auch in der Vergangenheit niemals Einfluss haben sollen.

 

Welche Tipps haben Sie für junge Frauen, die eine Karriere in der Forschung anstreben? Was würden Sie Nachfolgerinnen mit auf den Weg geben?

Ehrliches authentisches Auftreten und Interesse an den Themen sind Grundvoraussetzungen – das gilt für Männer, Frauen und jedes andere Geschlecht. Dazu hilft intrinsische Motivation, die Überzeugung das Richtige zu tun und Durchhaltevermögen.

 

Was tun Sie, um den Nachwuchs zu fördern und wie wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Ich habe mich schon in der Vergangenheit an einigen Initiativen beteiligt, die das Ziel verfolgt haben, den Nachwuchs zu fördern. Das waren z.B. Girls Days, bei denen Schülerinnen „typisch männliche Berufe“ kennenlernen sollten. Vor ein paar Jahren haben wir beispielsweise in diesem Rahmen einigen Schülerinnen auf spielerische Weise Grundzüge der Künstlichen Intelligenz nahegebracht.

In Zukunft werde ich mich weiterhin an solchen Initiativen beteiligen.

 

An welchen Forschungsprojekten bzw. an welcher Doktorarbeit arbeiten Sie im Moment?

Ich befinde mich noch sehr am Anfang meines Dissertationsvorhabens und verfolge dementsprechend im Augenblick verschiedene Ideen, die es nun zu konkretisieren gilt.

Übergeordnet beschäftige ich mich mit dem sogenannten “wissenschaftlichen Ansatz zur unternehmerischen Entscheidungsfindung“. Hier ist es das Ziel, zu ergründen, wann und ob Unternehmer bzw. Start-ups erfolgreicher agieren, wenn sie sich dem Vorgehen von Wissenschaftlern/wissenschaftlichen Methoden bedienen – also sozusagen grundlegende Elemente wie die Formulierung von Hypothesen und experimentelles Vorgehen einsetzen.

Ich plane im Zuge dessen verschiedene Projekte durchzuführen und eine einzigartige Datenbasis zu generieren.

Des Weiteren plane ich, Machine Learning Methoden zur Auswertung der Daten heranzuziehen.

 

Welche Fähigkeiten helfen Ihnen bei der Ausarbeitung und welche davon mussten Sie erst lernen?

Ich lerne sehr gerne neue Dinge und da ich Neuem gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen bin, fällt mir das auch leicht. Im Prinzip lerne ich jeden Tag etwas Neues, das ist das Schöne an meinem Job.

 

Haben Sie irgendwelche “schlechten” Gewohnheiten, die sich als überraschend nützlich in Ihrer Karriere erwiesen haben?

Zwei Dinge: Zum einen ist das meine Hartnäckigkeit. Oftmals habe ich an Projekten festgehalten und an Lösungen gearbeitet, auch wenn sie zunächst schwierig erschienen. Diese Ausdauer hat mich oft zum Erfolg geführt.

Und zum anderen hinterfrage ich grundsätzlich immer alles sehr kritisch, das ist in vielen Lebenslagen nicht unbedingt hilfreich, in der Forschung aber umso mehr.

 

Was würden Sie gerne generell jungen Menschen und im Besonderen jungen Frauen sagen, die sich Gedanken machen, ob sich eine Karriere in der Forschung lohnt?

Ich würde junge Menschen, ungeachtet ihrer Geschlechter, dazu ermutigen, ihre Leidenschaften zu verfolgen und sich nicht von Stereotypen und Zweifeln einschränken zu lassen. Eine Karriere in der Forschung kann äußerst lohnend sein, da sie die Möglichkeit bietet, die Welt durch neue Erkenntnisse und Innovationen positiv mitzugestalten.