Boris Alexander Kühnle ist neuer Direktor des DHBW CAS

Vom “staubigem Bruder” der DHBW zum FC Bayern München der Hochschullandschaft: Im DHBW CAS hat sich viel getan, darüber waren sich alle Beteiligten bei der Amtsübergabe einig. Boris Alexander Kühnle löst Joachim Frech als Direktor ab.

Von Lisa Könnecke Foto: Matthias Poetzsch

Das Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW CAS) hat einen neuen Direktor: Professor Joachim Frech übergab mit einem Staffelstab symbolisch sein Amt an Professor Boris Alexander Kühnle, der im Oktober vom Aufsichtsrat der DHBW zum künftigen Direktor gewählt wurde.

Vor rund 250 Gästen in der Aula auf dem Bildungscampus schauten Publikum und Ehrengäste auf die Spuren zurück, die Joachim Frech während seiner Tätigkeit als Gründungsdekan Technik und in seiner sechsjährigen Amtszeit als Direktor hinterlassen hat.

Viel Lob für den “Mann der klaren Worte”

Ein Mann der klaren Worte sei Joachim Frech gewesen, der immer ein offenes Ohr hatte und der Überzeugung war: “Es gibt kein Problem, das man nicht mit einer Excel-Tabelle lösen kann.” So fasste es Moderator und Professor Paul Stefan Roß zusammen.

“Ehrlichkeit stand im Mittelpunkt seiner Aussagen”, lobte auch Martina Klärle, Präsidentin der DHBW. “Ihnen ist es zu verdanken, dass die wissenschaftliche Weiterbildung der DHBW in der Hochschullandschaft weit über Baden-Württemberg hinaus eine Vorreiterrolle einnimmt.”

Stets im Austausch mit Studierenden und Unternehmen

Ein offenes Ohr zu haben sei ihm stets wichtig gewesen, betonte der scheidende DHBW-Rektor. “Ich kann nur Entscheidungen treffen, wenn ich alle Perspektiven höre.” Zufriedene Studierende seien der Maßstab gewesen, an dem er sein Handeln orientierte: “Aus persönlichen Gesprächen mit ihnen wird man schlau, nicht aus irgendwelchen Evaluationen”, unterstrich Joachim Frech.

Skeptikern gegenüber standhaft geblieben

Auch auf die Bedürfnisse der Unternehmen zu hören, sei wichtig. Ein Konzept, das aufging: In den Anfangszeiten 2014 noch “als staubiger Bruder” der DHBW abgestempelt, habe das DHBW CAS einen enormen Imagewandel hingelegt. Mittlerweile zählt es 1563 Studierende, 1558 Duale Partner sowie 25 Masterstudiengänge.

Von Anfang an hat Joachim Frech das Konzept der Hochschule mitgeprägt, allen voran die dualen Masterstudiengänge, die er konzipiert und an der DHBW verankert hat, betonte Präsidentin Martina Kläre. Damals habe man festgestellt, im Bachelor stecken geblieben zu sein, kann sich Frech noch gut an die Umbruchsphase erinnern. Am Anfang sei man mit der Idee auf große Vorbehalte gestoßen, ergänzte Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung.

Vom “staubigem Bruder” der DHBW zum FC Bayern München der Hochschullandschaft

Durch seine “DHBW-Vergangenheit” als ehemaliger Präsident und Rektor des Mosbacher Standortes sei über die Jahre zwischen Joachim Frech und ihm eine tiefe Freundschaft und großes Vertrauen entstanden. “Ich bin froh über den gemeinsamen Weg und die Entwicklungen, die wir anstoßen und vorantreiben konnten.”

Auch sein Nachfolger, Boris Alexander Kühnle, zollte Joachim Frech seinen Respekt: Er sei der Grund gewesen, “warum ich vor drei Jahren überhaupt an das DHBW CAS gewechselt bin. Man hat sofort gespürt, dass es sein Lebenswerk ist.”

Als künftiger Direktor will sich Boris Alexander Kühnle vor allem an folgenden Leitsätzen orientieren: Bedarfe bedienen und Spaß haben. Es gelte, die geduckte Haltung wegzukriegen, die das DHBW CAS auch acht Jahre nach seiner Gründung noch habe. Dabei gibt es laut Kühnle keinen Grund dazu: “Wir sind Marktführer im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung, der FC Bayern München.”

Allein in den vergangenen zwei Jahren seien acht neue Masterstudiengänge auf den Weg gebracht worden. Rund 400 Module gebe es, aus denen Studierende flexibel wählen können. Auf dem Erfolg dürfe man sich zwar nicht ausruhen, aber “wir müssen stolz sein”.

“Bestehendes hinterfragen, neu denken”

Auch wenn das DHBW CAS der Partner für lebenslanges Lernen sei, will Boris Alexander Kühnle “lieber von lebenslanger Neugier sprechen”, wie er sagte. “Es geht ja nicht um das Auswendiglernen von binomischen Formeln, sondern darum, Fragen zu stellen, Bestehendes zu hinterfragen und Neues zu denken.”

 

Mit freundlicher Genehmigung der Stimme Mediengruppe & der Heilronner Stimme